Die Bulería vereint all das, was Flamenco frei und gemeinschaftlich macht: Sie ruft nach Palmas, Jaleo und Bewegung.
In diesem Artikel tauchen wir in die faszinierende Welt der Bulerías ein.
Was ist die Bulería?
Sie ist ein Gesangs- und Tanzstil, der sich durch sein schnelles Tempo, seinen zwölfschlägigen Compás und seinen unverwechselbar festlichen Charakter auszeichnet. Sie ist der krönende Abschluss jeder Flamenco-Juerga.
Heute werden Bulerías in Peñas, bei Familienfesten, auf andalusischen Ferias, bei großen Festivals und in renommierten Tablaos wie dem Tablao Flamenco Cordobés in Barcelona gesungen und getanzt.
Der Ursprung der Bulería: Jerez als Ausgangspunkt
Der Ursprung der Bulería ist faszinierend und, wie viele Aspekte des Flamenco, eng mit der Geschichte und Kultur Andalusiens verflochten.
Sie entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Jerez de la Frontera. Man geht davon aus, dass sich die Bulería als Ableitung des cante por soleá entwickelte, indem dessen Compás beschleunigt und an einen lebendigeren und spontaneren Charakter angepasst wurde.
Diese Beschleunigung und der veränderte Ansatz verwandelten einen feierlichen Cante in eine der lebendigsten Ausdrucksformen des Flamenco.
Die Geschichte und Entwicklung der Bulería zeigt, wie sie sich von einem Abschluss anderer Cantes oder einer Begleitung für den Tanz zu einem eigenständigen Stil entwickelte und schließlich zu einem der wichtigsten und bekanntesten Palos des Flamenco wurde.
Ihre Anpassungsfähigkeit und Vielseitigkeit machten sie schnell beliebt. Sie verbreitete sich in ganz Andalusien und festigte ihren Ruf als Königin des Festes.
Der Compás der Bulería
Die Seele der Bulería liegt in ihrem Compás. Dieser Rhythmus stellt eine der größten Herausforderungen für Flamenco-Lernende dar.
Der Compás der Bulería ist als Zyklus aus 12 Schlägen aufgebaut.
Musikalisch ist die Struktur der Bulería komplex, aber flexibel, sodass Improvisation im Cante, im Tanz und auf der Gitarre möglich ist.
Die Fähigkeit, den Rhythmus der Bulería zu „fühlen“, ist eher eine Frage von Intuition und gelebter Flamenco-Erfahrung als von reiner Mathematik.
Es ist ein Compás, der Palmas, Jaleo und ein tiefes Verständnis seiner Akzente erfordert, um richtig interpretiert zu werden.
Der Tanz por bulerías: Improvisation, Kraft und Persönlichkeit
Der Tanz por bulerías gehört zu den freiesten und persönlichsten Formen des Flamenco.
Der Bailaor oder die Bailaora kann mit Pausen, Zapateados, Marcajes, Armbewegungen, Drehungen und Desplantes spielen – stets innerhalb des Compás.
Auch wenn es eine Basis aus einstudierten Marcajes geben kann, muss der Bailaor auf den Cante und die Gitarre reagieren und improvisieren.
Der Tanz zeichnet sich durch ausdrucksstarke Armbewegungen und den Zapateado aus, eines der charakteristischen Merkmale des Flamenco-Tanzes.
Elegante Körperhaltungen und Armgesten verbinden sich mit schnellen Drehungen, Hüftarbeit und Desplantes, die den Compás pointiert durchbrechen.
Die Bulería wird häufig als Abschluss von Flamenco-Treffen verwendet. Verschiedene Künstler treten nacheinander in die Mitte des Halbkreises und zeigen kurze Improvisationen, jeder mit seiner eigenen Bewegungssprache und Persönlichkeit.
Bei Bailaoras fällt besonders das Spiel mit Rock, Mantón oder Bata de Cola auf; bei Bailaores ist der Zapateado oft perkussiver und schärfer. Das gesamte Cuadro teilt jedoch dieselbe Intensität.
Warum ist es so schwierig, por bulerías gut zu tanzen?
Von außen kann dieser Stil wie einer der spontansten wirken. Doch diese Spontaneität verlangt im Inneren viel Wissen und Erfahrung.
Um por bulerías zu tanzen, muss man den Compás beherrschen, die Signale von Cante und Gitarre erkennen, wissen, wann man ein- und aussteigt, die Abschlüsse kontrollieren und gleichzeitig Natürlichkeit ausstrahlen.
Das erklärt auch, warum Bulerías ein gutes Beispiel dafür sind, was verloren geht, wenn Flamenco ausschließlich auf eine festgelegte Choreografie reduziert wird.
In einem authentischen Tablao entsteht die Vorstellung zu einem großen Teil aus Zuhören und Interaktion.
Tablao Flamenco Cordobés: Flamenco auf La Rambla in Barcelona erleben
Über Compases, Palos und Stile zu lesen hilft, Flamenco zu verstehen. Sie aus wenigen Metern Entfernung zu hören und zu sehen, wie sie im Moment entstehen, verändert das Erlebnis jedoch vollständig.
Das 1970 gegründete Tablao Flamenco Cordobés bewahrt seit mehr als fünf Jahrzehnten diese Art, Flamenco zu erleben – mitten im Herzen von La Rambla in Barcelona.
Historische Größen wie Camarón de la Isla, Farruco, Manuela Carrasco, Chocolate, Juan Villar, La Tati, Manolete oder Lole y Manuel standen bereits auf seiner Bühne. Auch heute bringt das Programm etablierte Künstler und neue Flamenco-Talente zusammen.
Das Format bewahrt eines der grundlegenden Elemente des Tablao: die Nähe.
Cante, Tanz, Gitarre, Palmas und Improvisation entfalten sich in einem intimen Raum mit natürlicher Akustik und fördern genau jene Kommunikation, die bei Palos wie der Bulería so wichtig ist.
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